Nach einigen Jahren an Vorarbeiten ist Anfang Monat das Buch zum Denknetz Projekt einer Allgemeinen Erwerbsversicherung AEV erschienen. Die Autoren und Autorinnen haben sich, was vom Gewerkschaft nahem Denknetz nicht selbstverständlich ist, bemüht einen Ansatz zu entwickeln der realisierbar scheint und nicht nur Unterstützung von linker Seite verdient. Es stellt sich dabei eher die Frage ob die CH Sozialpolitik politisch überhaupt noch reformierbar ist?
Die AEV hat zum Ziel Sozialhilfe, IV und ALV Arbeitslosenversicherung unter ein Dach zu bringen und um Familienergänzungsleistungen zu ergänzen.
Der Wirtschaftspublizist Werner Vontobel scheint im Sonntagsblick plötzlich Geschmack an innovativen Ansätzen zu finden. Auf jeden Fall erstaunt es, dass Themen die sonst eher im Ressort Kultur/Soziales zu finden sind, es plötzlich auf die Wirtschaftsseite schaffen.
Zitate:
“Der Versuch, die ganze Welt mit einer einzigen Maschine laufen zu lassen, ist soeben grandios gescheitert», resümiert der SozialÂethiker Prof. Hans Ruh (75). Wir haben voll auf die globale Wirtschaft gesetzt und so die lokalen Netze geschwächt.  ….
… Auch die geldlose Wirtschaft müsste ausgebaut werden. In Deutschland, wo die Normalbürger schon viel stärker unter die Räder der Globalisierung gekommen sind, stehen dabei vor allem zwei Lösungsansätze im Vordergrund:
Ein Grundeinkommen von 1500 Euro pro Kopf und Monat – unabhängig davon, ob jemand eine bezahlte Arbeit hat oder sucht. …
Regiogeld, Lokale WährunÂgen waren in der Krise der Dreissigerjahre ein grosser Erfolg. Ein Strafzins sorgte dafür, dass das Geld im Umlauf blieb, was Arbeitsplätze schuf”. …(Sonntagszeitung, 1.3.2009)
Endlich ein Steuerreformvorschlag der einfach, wirkungsvoll und auch theoretisch begründet ist.
Die Reform schlägt “die Übertragung des Verfassungs-Prinzips der Besteuerung gemäss wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit von den Individuen auf die Produktionsfaktoren, vor.
Dieser Vorschlag genügt dem Kriterium moderner Steuerexperten, dass ein Steuerreform-Vorschlag auf einen Bierdeckel passen sollte. Dementsprechend
sollte die Last der Steuern und Sozialabgaben folgendermassen verteilt werden:
20 Prozent auf die Arbeit,
30 Prozent auf das Kapital,
50 Prozent auf die Energie.
Eine derartige 20/30/50 Steuerreform ist die folgerichtige fiskalische Konsequenz aus der technisch-ökonomischen Evolution: Nach der neolithischen Revolution
mit ihrer Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht konnten immer mehr Menschen für handwerkliche, administrative und künstlerische Tätigkeiten
von der direkten Nahrungsbeschaffung freigestellt werden” (Kümmel, 2008, Zusammenfassung der Vorlesung “Thermodynamik und Ökonomie”, S.9)
Der 2. Grundeinkommens-Kongress findet vom Freitag, 05. Oktober 2007 bis Sonntag, 07. Oktober 2007 in den Räumlichkeiten der Universität Basel statt. http://www.grundeinkommen2007.org
Was hilft es Dir, damit zu prahlen,
dass Du ein freies Menschenkind?
Musst Du nicht pünktlich Steuern zahlen,
obwohl sie Dir zuwider sind?
(Wilhelm Busch, in „Schein und Sein“)
Ein allzu oft übersehener Bereich in den Diskussionen um Soziale Ungleichheit oder alternative Wirtschaftssysteme ist die Frage nach der Steuergerechtigkeit. Weiterlesen »
Sozialraumarbeit kostet Geld, viel Geld wenn man bedenkt, dass Resultate schwer zu quantifizieren sind. Zum Beispiel ist es ja durchaus möglich soziale Brennpunkte in einem Quartier zu entschärfen aber vielleicht haben sich die Probleme dann einfach ins nächste Quartier oder in die nächste Stadt verlagert. Was noch mehr Geld kostet ist die staatliche Existenzsicherung, die zugegebenerweise nichts mit Sozialraumarbeit zu tun hat, deren Ausgestaltung aber einen direkten Einfluss auf die Erfolgschancen sozialräumlicher Massnahmen aufweist. Es wäre daher durchaus denkbar, dass die sozialraumorientierte Sozialarbeit sich auch für Existenzsicherungsmodelle wie das staatliche Grundeinkommen einsetzen könnte um die AdressatInnen zuerst mal vom ökonomischen Druck zu entlasten und damit quasi die Voraussetzung für Sozialraumarbeit zu verbessern. Weiterlesen »