Die Plattform für den Austausch von Waren und Dienstleistungen ist mehrsprachig und vielseitig. Die Währung heisst “swap” und getauscht werden kann so ziemlich alles.
Der “Economist” hat eine Schuldenuhr online, welche die Schulden weltweit saldiert ausweist, aber auch für jedes einzelne Land.
Interessant ist auch der Ländervergleich der Schulden pro Kopf der Einwohner.
Die Schweiz gehört z.B. bei den Schulden pro Kopf zu der Spitzengruppe.
Seit einem Jahr gibt es ein von Zürich aus operierendes internationales Tauschsystem mit dem Namen swiss-ecu. Die Tauscheinheit heisst +ecu und ist wertmässig an den Euro gebunden. http://de.swiss-ecu.net
In der Schweiz gibt es bis anhin noch keine eigene Landesvertretung. Doch vom 22. September bis 4. Oktober findet in der Galerie Hohl in Zürich eine Ausstellung der Gruppe Artecu statt. Das Besondere ist, dass die Bilder mit +ecu gekauft und natürlich auch innerhalb von swiss-ecu gekauft und weiterverkauft werden können. http://www.artecu.ch
Wer die Zeche nicht bezahlen kann, muss Geschirr spülen. In Tauschnetzen wird dieser tausendfach angewandte Stammtischspruch zur Realität. Menschen jeglicher Couleur tauschen Geburtstagskuchen gegen Computerkurse. Bezahlt wird mit Zeit.
In Basel wirtschaftet ein wachsendes Netz von Gewerbetreibenden mit Parallelgeld, dem Bon-Netz-Bon. Sowohl Tauschnetz, wie Parallelgeld verstehen sich als Gegenentwurf zur globalisierten Finanzwirtschaft.
Im Zug der Finanzkrise stellt Input die Frage nach der Massentauglichkeit alternativer Geldsysteme und prüft sie im Alltag.
Im heutigen TagesAnzeiger ist ein längeres Interview mit Bernard Lietaer erschienen. Leider ist der Fokus etwas einseitig auf den WIR gerichtet, aber trotzdem lesenswert.
Der WIR hat in der Schweiz ja nicht den besten Ruf was auch nicht ganz unbegründet ist. Trotz den Einschränkungen, eine Bank und eine Komplementerwährung zu sein, hat das Modell WIR eine lange Erfolgsgeschichte hinter sich und die Schweiz dürfte auch ein bisschen drauf stolz sein.
Die Vorderung von Lietaer nach mehr Engagement des Staates bei den Komplementerwährung ist auf jeden Fall zu weiter zu empfehlen.
Der Grimme-Preisträger Claus Strigel begibt sich auf eine Forschungsreise in die Welt des Geldes und lüftet dessen Geheimnisse. Die genialste Erfindung der Menschheit erweist sich als ebenso nützlich wie zerstörerisch.
Bundesrat Pascal Couchepin lancierte im Rahmen seines jährlichen Treffens mit den Medien im Sommer 2007 die Diskussion zu einer auf nationaler Ebene einzuführenden, nicht-zeitgleichen Zeittauschbörse. Dabei sollten ältere Menschen freiwillig Betreuung, Begleitung und/oder Pflege im Altersbereich leisten, wofür sie dann Zeitgutschriften erhalten würden. Diese könnten sie zu einem späteren Zeitpunkt gegen ähnliche Leistungen eintauschen (Zeitgutschriftensystem).
Im Jahr 2008 beauftragte das Bundesamt für Sozialversicherung das Büro BASS mit einer Studie über diese Thematik. Ende 2008 ist sie erschienen und vor einer Woche vermeldeten die Medien, dass in St. Gallen ein Pilotprojekt gestartet wird (TA, 2009.07.13 , S.3).
Die BASS Studie ist nüchtern und fundiert geschrieben. Sie zeigt auch auf, dass Zeitbörsen und andere Komplementärwährungen im grösseren Massstab nur eine Chance haben, wenn sich die Politik die Mühe macht positive Rahmenbedingungen dafür zu setzen. Aus Grossbritannien, wo die Einführung solcher Systeme schon fortgeschrittener ist, kommen folgende drei Forderungen zum Abbau von Hürden an die Politik:
“Die Güter als Entschädigung, die von Zeitbanken eingesetzt werden, um stärkere Partizipationsanreize auszusenden, werden als Einkommen eingestuft und unterliegen somit der Steuerpflicht.
Arbeitslosen, die sich aktiv in Zeitbanken engagieren, wird die Höhe des Arbeitslosengelds gekürzt.
Auf arbeitslose Teilnehmer von Zeitbanken wird durch die Arbeitsmarktpolitik Druck ausgeübt, in den ersten Arbeitsmarkt zurückzukehren” (Seyfang zit. in BASS, 2009, S.37).