BASS Studie: Zeitgutschriften für die Begleitung + Betreuung erschienen
Erstellt von bluecast am 21. Juli 2009
Bundesrat Pascal Couchepin lancierte im Rahmen seines jährlichen Treffens mit den Medien im Sommer 2007 die Diskussion zu einer auf nationaler Ebene einzuführenden, nicht-zeitgleichen Zeittauschbörse. Dabei sollten ältere Menschen freiwillig Betreuung, Begleitung und/oder Pflege im Altersbereich leisten, wofür sie dann Zeitgutschriften erhalten würden. Diese könnten sie zu einem späteren Zeitpunkt gegen ähnliche Leistungen eintauschen (Zeitgutschriftensystem).
Im Jahr 2008 beauftragte das Bundesamt für Sozialversicherung das Büro BASS mit einer Studie über diese Thematik. Ende 2008 ist sie erschienen und vor einer Woche vermeldeten die Medien, dass in St. Gallen ein Pilotprojekt gestartet wird (TA, 2009.07.13 , S.3).
Link Zusammenfassung:
http://www.buerobass.ch/pdf/2009/Zeitgutschriften_im_Alter_BSV_%20Zusammenfassung_d.pdf
Link BSV Ganze Studie:
http://www.bsv.admin.ch/themen/gesellschaft/00074/02391/index.html?lang=de
Kommentar:
Die BASS Studie ist nüchtern und fundiert geschrieben. Sie zeigt auch auf, dass Zeitbörsen und andere Komplementärwährungen im grösseren Massstab nur eine Chance haben, wenn sich die Politik die Mühe macht positive Rahmenbedingungen dafür zu setzen. Aus Grossbritannien, wo die Einführung solcher Systeme schon fortgeschrittener ist, kommen folgende drei Forderungen zum Abbau von Hürden an die Politik:
- “Die Güter als Entschädigung, die von Zeitbanken eingesetzt werden, um stärkere Partizipationsanreize auszusenden, werden als Einkommen eingestuft und unterliegen somit der Steuerpflicht.
- Arbeitslosen, die sich aktiv in Zeitbanken engagieren, wird die Höhe des Arbeitslosengelds gekürzt.
- Auf arbeitslose Teilnehmer von Zeitbanken wird durch die Arbeitsmarktpolitik Druck ausgeübt, in den ersten Arbeitsmarkt zurückzukehren” (Seyfang zit. in BASS, 2009, S.37).
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