Im alten Rom hat ein Senator vorgeschlagen, man sollte alle Sklaven mit einem weissen Armband versehen, um sie besser erkennen zu können. „Nein“, sagte ein weiser Senator, „Wenn sie sehen wie viele sie sind, dann gibt es einen Aufstand gegen uns.“ (aus http://alles-schallundrauch.blogspot.com/)
Nun wir sind vielleicht in der Schweiz noch nicht soweit als Sklaven behandelt zu werden. Aber Systemsklaven sind wir schon lange. Doch Aufstände? Im sichersten und reichsten Land der Erde? Vielleicht nicht mal so abwegig wenn man sich ein Zitat aus dem heutigen Tages Anzeiger durch den Kopf gehen lässt. In einem Hintergrund Artikel zitiert Constatin Seibt einen zufällig getroffenen Banker folgendermassen: “Was meine besten Kunden an der Finanzkrise wirklich fürchten sind Aufstände”. – “Aufstände? Das ist nicht ihr Ernst” (CB). “Doch, sie würden sich wundern, wie viele reiche Leute sich kleine Zweitwohnungen in Mittelklassequartieren gekauft haben . Damit sie dort untertauchen können, wenn die Villenviertel brennen” (TA, 29.5.09, S.8).
Jetzt stellt sich nur noch die Frage wie man die neuen Nachbarn willkommen heissen soll. Sollte man ev. den Sekt schon kaltstellen oder besser ein Bier?
Oder etwas anders ausgedrückt, Geld macht asozial. Und doch glauben immer noch sehr viele Leute, dass wir die globalen Probleme mit unserem Monopoly Geld lösen können. Man muss man einfach nur genug hineinbuttern.
“Die amerikanische Psychologin Kathleen Vohs hat sich im Rahmen einer Forschungsarbeit mit dem Umgang von Paaren mit Geld beschäftigt. Sie beobachtete ihre Probanden unter anderem in verschiedenen Räumen: Im ersten hingen Abbildungen von Geldscheinen, im zweiten zierten Szenen aus der Natur die Wände.
Während die Testpärchen angesichts von Fischen und Blumen spontan zusammenrückten, gingen sie im Geld-Raum intuitiv auf Distanz. Vohs stellt fest, dass allein der Anblick von Geld die Menschen beeinflusst: Sie verspüren den Wunsch, sich zurückzuziehen, werden weniger hilfsbereit und fangen an, Intimität zu meiden. Die Forscherin ist überzeugt: «Geld verändert das Miteinander.»” (TagesAnzeiger, 17.2.2009, S.52)
Musikstück mit Visualisierung von Johannes Kreidlers Blog. http://www.kreidler-net.de/ Melodien aus Aktienkurven, arrangiert mit der Microsoft Komponiersoftware “Songsmith”.
Der Billion-Dollar-Song zur Finanzkrise, ein vorfinanzierter Hörsturz.
Das beste (langfristige) Rezept gegen die Finanzkrise findet man/frau im Brockhaus. Mal angenommen Lieschen Müller ist nicht auf den Kopf gefallen und hat genug von den Rezepten und Vorhersagen der Finanzexperten. Sie will zuerst mal wissen, wie das funktioniert, dass plötzlich so viel Geld entstehen konnte und jetzt wieder plötzlich veschwindet. Sie zieht ihren Brockhaus aus dem Regal und schaut zuerst mal nach unter dem Begriff “Geldschöpfung”.
„Geldschöpfung: der Prozess der Gewährung von Krediten und der Bildung von (Sicht-)Einlagen mit dem Effekt einer Vermehrung der Geldmenge. Die Notenbank schafft Geld, indem sie Aktiva der Geschäftsbanken (z. B. Devisen, Geldmarktpapiere) ankauft und den Banken Sichtguthaben einräumt, die diese im Verrechnungsverkehr untereinander nutzen oder als Bargeld abheben können. Die Geschäftsbanken schaffen auf dreierlei Weise Geld. Erstens können sie Geldsubstitute in Sichteinlagen umwandeln, zweitens von Nichtbanken z. B. Gold, Devisen oder Wertpapiere erwerben und den Gegenwert als Einlage gutschreiben, und drittens können sie Kredite an Nichtbanken vergeben und diesen entsprechende Guthaben einräumen (Kreditschöpfung). Die auf diese Weise der Wirtschaft zufliessenden Finanzmittel werden grundsätzlich v. a. als Sichteinlagen auf Girokonten gehalten (daher auch die Bezeichnungen Buchgeld- oder Giralgeldschöpfung; Geld)… ” (Brockhaus, 2007, Geldschöpfung). Weiterlesen »
ubs! Da haben sich nicht wenige PolitikerInnen und Leute aus der Wirtschaft ein wenig verrechnet. Genau gesagt um 60 Milliarden Dollar.
Apropos Vertrauen: Vertrauen und Vertrauenskrise sind wohl die neuen Schlag- (Un)worte des zu Ende gehenden Jahrzentes. Ein prüfenswerter Vorschlag an Politk und Wirtschaft wäre eine Pflicht für alle Vertrauensprediger ihre aktuellen und vergangenen finanziellen Transaktionen offenzulegen. Wer hat schon umgeschichtet und wer seine UBS Papiere verkauft? Das wäre dann schon beinahe wie beim Radsport, man könnte Wetten darauf abschliessen wer noch clean ist. Da das Vertrauen in die Politk in Kürze auf UBS Niveau absinken könnte, sind jetzt die waren Patrioten der Schweiz gefragt. Wer wagt wie weiland Winkelried seine Kontos zur UBS zu zügeln? Und die ganz mutigen dürfen sich gegenseitg noch mit UBS Aktienpakete überbieten. Hui wer wagt gewinnt, oder auch nicht, die wagemutigsten bekommen auch noch eine Tapferkeitsmedaille.
Ansonsten hilft nur noch eines: Beten für die UBS, oder besser für die Ramschpapiere des 60 Milliarden Dollar Kredits.
Hoffentlich ist das Währungsrisiko des Dollarkredits irgendwie abgesichert, ansonsten hilft auch wohl beten nichts mehr.
(überarbeitet am 20.10.08)Â
Wer sich dafür interessiert wie der Kredit Deal abläuft, der Artikel von Andreas Flütsch im TagesAnzeiger erklärt wie.
Man könnte auch Fragen: Kann Soziale Arbeit ohne Kapitalismus weiter existieren? Dieser demontiert sich momentan gerade selber und neben der andauernden Bankenkrise sind die Krisenherde so zahlreich geworden, dass auch bald die mediale Betroffenheitsmaschinerie nicht mehr nachkommt. Z.B. sind die Kriege in Afghanistan und im Irak so normal geworden, dass sie es nur noch selten in die News schaffen. Der Nahost Friedensprozess ist zu einer Worthülse verkommen und die Katastrophe in Burma lässt neben den internationalen Helfern auch die Medien in Ratlosigkeit zurück. Darüber hinaus steht die Welt vor einer “Revolution der Hungrigen” (TA, 08. April 2008) und dem Worldfoodprogram (WFP) der UNO und anderen Hilfsorganisationen gehen die Mittel für die dringend benötigte Nahrungsmittelhilfe aus. In den USA werden den Wohlfahrtsorganisationen die verbilligte Lebensmittel abgeben die Mittel gekürzt und in Deutschland stellt man eine „Renaissance der Suppenküchen” (3sat, 2008) fest. Weiterlesen »
“Wo alle sich an allen bereichern, da werden am Ende alle reich! Und wo alle auf Kosten aller reich werden, da zahlt keiner die Kosten! Wunder aller Wunder! Und wenn ihr fragt, liebe Gläubige, woher kommt all dieser Reichtum? Dann sage ich euch: Er kommt aus dem zukünftigen Profit seiner selbst! Sein eigener zukünftiger Nutzen ist es, den wir jetzt schon geniessen! Je mehr jetzt da ist, desto grösser ist der zukünftige Profit, und je grösser der zukünftige Profit, desto mehr ist wiederum jetzt da. So sind wir unsere eigenen Gläubiger und unsere eigenen Schuldner in Ewigkeit, und wir vergeben uns unsere Schulden, Amen!
aus Michael Ende: Der Spiegel im Spiegel. Ein Labyrinth, dtv-Verlag München, 1990, S.41 Worte des Predigers
Nimmt man das bekannte ‘afrikanische?’ Sprichwort “Die Erziehung eines Kindes braucht ein ganzes Dorf”, so würde das moderne Dorf im 21ten Jahrhundert etwas so aussehen; von angenommen 100 Bewohnern und Bewohnerinnen wollen mindestens 50% mit den lieben Kleinen ihre Geschäfte machen. Das heisst sie verkaufen Babynahrung, Kinderschokolade, Kinderlieder mit so sinnigen Texten wie “Oops I did it again” und für die etwas älteren diverse Markenartikel, Fussballerbildi und Handypornografie. Weiterlesen »