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Das beste Rezept gegen die Finanzkrise!

Erstellt von bluecast am Montag 20. Oktober 2008

Das beste (langfristige) Rezept gegen die Finanzkrise findet man/frau im Brockhaus. Mal angenommen Lieschen Müller ist nicht auf den Kopf gefallen und hat genug von den Rezepten und Vorhersagen der Finanzexperten. Sie will zuerst mal wissen, wie das funktioniert, dass plötzlich so viel Geld entstehen konnte und jetzt wieder plötzlich veschwindet. Sie zieht ihren Brockhaus aus dem Regal und schaut zuerst mal nach unter dem Begriff “Geldschöpfung”.

„Geldschöpfung: der Prozess der Gewährung von Krediten und der Bildung von (Sicht-)Einlagen mit dem Effekt einer Vermehrung der Geldmenge. Die Notenbank schafft Geld, indem sie Aktiva der Geschäftsbanken (z. B. Devisen, Geldmarktpapiere) ankauft und den Banken Sichtguthaben einräumt, die diese im Verrechnungsverkehr untereinander nutzen oder als Bargeld abheben können. Die Geschäftsbanken schaffen auf dreierlei Weise Geld. Erstens können sie Geldsubstitute in Sichteinlagen umwandeln, zweitens von Nichtbanken z. B. Gold, Devisen oder Wertpapiere erwerben und den Gegenwert als Einlage gutschreiben, und drittens können sie Kredite an Nichtbanken vergeben und diesen entsprechende Guthaben einräumen (Kreditschöpfung). Die auf diese Weise der Wirtschaft zufliessenden Finanzmittel werden grundsätzlich v. a. als Sichteinlagen auf Girokonten gehalten (daher auch die Bezeichnungen Buchgeld- oder Giralgeldschöpfung; Geld)… ” (Brockhaus, 2007, Geldschöpfung).

Dann will sie noch wissen ob es auch nach Alternativen dazu gibt:

Alternative Geldschöpfung nach Gesell/Douglas und Fisher

„… Den Ideen von Silvio Gesell und Clifford Hugh Douglas lag eine Kritik des bestehenden Geldsystems der fraktalen Reservehaltung zugrunde. Es erlaubt den Banken, auf der Grundlage einer relativ geringen Zahlungsreserve Kredite in tendenziell beliebiger Höhe zu schöpfen (multiple Geldschöpfung). Dadurch würde die Realwirtschaft pro- statt antizyklisch mit Geld versorgt, d. h. in der Hochkonjunktur inflationär mit zuviel Geld, dagegen in der Krise deflationär ausgetrocknet. Ausserdem seien sämtliche Bankeinlagen unsicher, sofern keine Einlagensicherung bestehe. Nicht zuletzt sei es ein Skandal, dass die Banken im Zuge der Ausweitung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs immer höhere Geldschöpfungsgewinne realisieren, während sich die Regierung, statt dies selbst zu tun, bei den Banken hochverzinslich verschulde.

So sollte die Geldschöpfung nicht mehr von den Geschäftsbanken, sondern von einem bei der Zentralbank angesiedelten staatlichen Währungsamt wahrgenommen werden. Die Zentralbank würde das Geld an die Geschäftsbanken per verzinslichem Kredit verleihen. Die Geschäftsbanken ihrerseits müssten für alle unbaren Sichteinlagen oder Darlehen eine 100-prozentige Reserve an Bargeld oder Zentralbankguthaben vorhalten. Dadurch wären erstens alle unbaren Einlagen voll durch Zentralbankgeld gedeckt, und zweitens könnten die Banken selbst kein (Giral-)Geld mehr schöpfen, sondern müssten alles, was sie ausleihen, zuvor bei ihren Kunden, am Interbanken-Geldmarkt oder bei der Zentralbank aufnehmen. Dahinter steht die Auffassung, die auch von der alternativen Ökonomie geteilt wird, dass Geld ein öffentliches Gut und Teil der Rechtsordnung sei, die Wirtschaft begründet, selbst aber nicht Gegenstand von Geschäftemacherei sein soll. In diesem Sinne, so konstatiert Irving Fisher, sei es in Ordnung, auch mit Finanzdienstleistungen Geld zu verdienen. Es gehe nicht um eine Verstaatlichung der Banken und Finanzmärkte, sondern um eine Verstaatlichung der Geldschöpfung im Sinne der vollständigen (Wieder-)Herstellung eines öffentlichen Währungsmonopols, in Analogie und in Ergänzung zum öffentlichen Gewalt-, Gesetzgebungs-, Rechtsprechungs- und Verwaltungsmonopol …” (Brockhaus, 2007, Alternative Ökonomie).

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