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Soziale Ungleichheit, Komplementärwährungen, Alternative Existenzsicherung, Neue Wissenschaft.

Gerechtere Steuersysteme???

Erstellt von bluecast am Sonntag 22. April 2007

Was hilft es Dir, damit zu prahlen,
dass Du ein freies Menschenkind?
Musst Du nicht pünktlich Steuern zahlen,
obwohl sie Dir zuwider sind?
(Wilhelm Busch, in „Schein und Sein“)

Ein allzu oft übersehener Bereich in den Diskussionen um Soziale Ungleichheit oder alternative Wirtschaftssysteme ist die Frage nach der Steuergerechtigkeit.

Das unser Steuersystem trotz Progression und diversen Steuerbonusen für Familien oder andere Gruppierungen wirklich gerecht sei, wird wohl niemand behaupten der vom Lohn eines durchschnittlichen Angestellten leben muss.

An der Uni Hamburg laufen seit 2005 einige Untersuchungen über verschiedene Ansätze auch in Zusammenhang mit der Steuergerechtigkeit.
http://www.uni-hamburg.de/fachbereiche-einrichtungen/fb16/absozpsy/just_taxes.html

In der Schweiz gibt es z.B. ein interessantes Modell des emeritierten ETH- Professor und Informatikers Carl August Zehnder:

“Als Martin Ebner 997 seine BZ- Bank von Zürich nach Wilen SZ verlegte, um 30 bis 40 Millionen Steuern zu sparen, nutzte Zehnder die öffentliche Empörung für einen Aufsatz in der NZZ unter dem Titel « Steuertourismus eindämmen – kantonale Fiskalhoheit achten » . Die Politiker fanden seinen Vorschlag « interessant » . Nur mochte sich keiner engagieren. Zuerst müsse man den Finanzausgleich zwischen reichen und armen Gemeinden sowie zwischen den Kantonen regeln, hiess es. Dass Zehnders Modell eine Änderung der Bundesverfassung bedingt, schreckte sie zusätzlich ab. Schluss mit « ewigem Flickwerk » In der Schweiz, muss man wissen, stammt ein Drittel aller Steuereinnahmen von einem einzigen Prozent der Steuerpflichtigen. Das hat zur Folge, dass die Gemeindesteuersätze extrem variieren: Der Goldküstenort Zollikon hat den tiefsten Steuerfuss im Kanton Zürich ( 72 Prozent), Winterthur mit 126 Prozent den höchsten. Gemeinden mit einem tiefen Steuerfuss ziehen weitere Vermögende an, die Steuern sparen wollen. …”
“In Zehnders System würde die Gemeinde nur noch die ersten 50 000 Franken Nettoeinkommen besteuern. Der Steuerfuss wäre flexibel und würde sich an den örtlichen finanziellen Bedürfnissen orientieren; die Tarife würden so angesetzt, dass die Reichen wie bis anhin stärker belastet wären. Höhere Einkommensanteile zwischen 50 000 und 800 000 Franken würden einzig vom Kanton besteuert, und zwar nach einem Einheitstarif, den jeder Stand gemäss seinen finanziellen Bedürfnissen festlegen könnte ( womit der interkantonale Steuerwettbewerb gewahrt bliebe). Der Bund wiederum würde nur noch die grössten Einkommensanteile über 800 000 Franken besteuern, und zwar per Einheitstarif” (TA vom 5.11.05, S.13).

http://epaper2.tagesanzeiger.ch

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