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Soziale Ungleichheit, Komplementärwährungen, Alternative Existenzsicherung, Neue Wissenschaft.

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Sozialraum Orientierung, Sozialpolitik und Geld?

Erstellt von bluecast am Sonntag 4. März 2007

Sozialraumarbeit kostet Geld, viel Geld wenn man bedenkt, dass Resultate schwer zu quantifizieren sind. Zum Beispiel ist es ja durchaus möglich soziale Brennpunkte in einem Quartier zu entschärfen aber vielleicht haben sich die Probleme dann einfach ins nächste Quartier oder in die nächste Stadt verlagert. Was noch mehr Geld kostet ist die staatliche Existenzsicherung, die zugegebenerweise nichts mit Sozialraumarbeit zu tun hat, deren Ausgestaltung aber einen direkten Einfluss auf die Erfolgschancen sozialräumlicher Massnahmen aufweist. Es wäre daher durchaus denkbar, dass die sozialraumorientierte Sozialarbeit sich auch für Existenzsicherungsmodelle wie das staatliche Grundeinkommen einsetzen könnte um die AdressatInnen zuerst mal vom ökonomischen Druck zu entlasten und damit quasi die Voraussetzung für Sozialraumarbeit zu verbessern.

Modelle wie das bedingungslose Grundeinkommen wurden schon beginnend im 19 Jh. in verschiedenen Utopischen Staatsideen beschrieben. In den angelsächsischen Ländern wurde die Idee als negative Einkommensteuer teilweise umgesetzt. Ausgehend von den anfänglichen Diskussionen in Deutschland in den 1980er Jahren ist das Thema seit ein paar Jahren auch im deutschsprachigen Raum wieder sehr aktuell geworden. Dies ist einerseits auf das verschärfte Klima durch Hartz IV in Deutschland und andererseits auf das Engagement von Prominenten wie das des Unternehmers Götz Werner zurückzuführen. Auch in der aktuellen Ausgabe Nr.102 der Zeitschrift Widersprüche wird das Thema vielschichtig diskutiert.

Darin untersucht Georg Vobruba (2007) einerseits die Moralanforderung von verschieden ausgestalteten Grundeinkommen und anderseits deren Akzeptanz in der Bevölkerung. Er kommt zum Schluss, dass je höher und je bedingungsloser das Grundeinkommen ausfällt, desto höher die Moralanforderung ist. Mit geringer Moralanforderung meint er zum Beispiel die allgemein akzeptierte Unterstützung von Armen und Behinderten. Hohe Moralanforderung wäre die bedingungslose Unterstützung von Arbeitslosen. Seine Thesen bezüglich der Akzeptanz stützt Vobruba auf Untersuchungen von Liebig und Mau (2000, S.128 zit in Widersprüche, Nr102, S.31).
Sie stimmen grosso modo mit seiner These über die Moralanforderung überein. Es gibt würdige und unwürdige Empfänger eines Grundeinkommens und die Akzeptanzschwelle in Deutschland liegt bei Würdigen bei ca. 1200€ und bei Unwürdigen bei gut 500€.

Generell ist die Diskussion um die Höhe eines Grundeinkommens eröffnet, so rechnet z.B. Reiner Eichenberger (Universität Freiburg), dass um “in der Schweiz jedem Bürger ein BGE von 3000 SFr pro Monat (ca. 1880 Euro) zur Verfügung zu stellen, müssten 250 Milliarden Franken zusätzliche Steuereinnahmen generiert werden, was einer Mehrwertsteuer von ca. 150% münden würde” (Quelle Wikipedia). Dies führt zum zweiten Diskussionsschwerpunkt zur Finanzierung des auch Bürgergeld (BGE) genannten Grundeinkommens.

Siehe auch neueste Ausgabe der Zeitschrift Facts und die neu gegründete Initiative Grundeinkommen.

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