“Wie der Talente Tauschkreis Vorarlberg mitteilt, liegt jetzt eine rechtliche Stellungnahme seitens des Landes Vorarlberg und des Gemeindeverbandes Vorarlberg vor, die bestätigt, dass sowohl die von der Genossenschaft ausgegebenen regionalen Währungen als auch die Talente des Tauschkreises, von Gemeinden als Zahlungsmittel für Gebühren, Steuern etc. angenommen werden können. In Vorarlberg starten heuer weitere drei Regionalwährungen – der Walser Thaler, im Klostertal sowie im Herbst im Walgau. Anlässlich einer Exkursionsfahrt, an der etwa 30 Bürgermeister, Banker, Nahversorger, Regionalmanager und regional Bewegte teilnahmen, wurde die Gemeinde Langenegg als erste Gemeinde mit 3 TTT ausgezeichnet. Mehr dazu auf www.talentiert.at.
Urban Priol und Georg Schramm zogen in “Neues aus der Anstalt” vom 11. Mai wie gewohnt gekonnt über die aktuelle Politik, sowie über die Finanzwirtschaft her.
Während der Sendung zog Georg Schramm „Anstaltsgeld“ aus seiner Jackentasche. Es sah so ähnlich aus wie die Potsdamer „Havelblüten“ und hiess „Schizo“. Aufgedruckt waren die Konterfeis von Priol und Schramm. Von kommunalem Zweitgeld sprach Schramm, erinnerte an das historische Freigeldexperiment von Wörgl, wies auf die aktuellen „Chiemgauer“ hin und forderte das Publikum auf, sich mal im Internet über „zinsfreies Geld“ und „Freigeld“ zu informieren.
Zürich, den 15. April – 100‘000 Menschen im Kanton Zürich sind von Armut betroffen. Anlässlich des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung hat sich Caritas Zürich eine Kampagne der besonderen Art einfallen lassen. «Scheisse, meine Tochter wurde schon wieder an einen Kindergeburtstag eingeladen», oder: «Ich habe einer Frau nichts zu bieten. Nicht mal ein Glas Wein.» Solche Sätze von Armutsbetroffenen werden in den kommenden Wochen und Monaten im Rahmen einer Wanderausstellung in verschiedenen Städten im Kanton Zürich zu lesen sein. Plakate konfrontieren die Öffentlichkeit mit der Tatsache, dass es mitten unter uns Menschen gibt, die am Existenzminimum oder sogar darunter leben – und zeigen auch gleich, was das für den einzelnen bedeutet.
Weitere Aktionen führt Caritas Zürich in den Städten Zürich und Winterthur durch. So wird beispielsweise ein Brunnen als einzige Möglichkeit für manche Leute deklariert, auswärts etwas trinken zu gehen. Zudem werden leere Portemonnaies verstreut, die darauf aufmerksam machen, dass unzählige Mitmenschen praktisch nie Geld im Sack haben. Und es kommt ein Kinderbuggy zum Einsatz – ohne Kind, dafür mit der Erklärung, warum ein solches nicht vorhanden sei, nämlich aus Budgetgründen.
Mit dieser Kampagne unter dem Titel «wir sind arm» (http://www.wir-sind-arm.ch) macht Caritas Zürich darauf aufmerksam, dass eine beachtliche Zahl Menschen im Kanton Zürich an chronischer Geldknappheit leiden – und verdeutlicht, welche Unannehmlichkeiten Armut hier und heute mit sich bringt.
Veranstaltungshinweis: Am 24. April 2010 zeigt Caritas Zürich mit einem Informationsstand und einer Performance professioneller Theaterschaffender, wie es sich anfühlt, im reichen Zürich bzw. in der reichen Schweiz arm zu sein. Auf dem Hirschenplatz in Zürich, von 10 bis 16 Uhr.
Der Name Fritz Schwarz dürfte wohl nur wenigen Zeitgenossen bekannt sein, denn der engagierte Politiker, Freiwirtschafter und Schriftsteller lebte von 1887–1958. Dazu dass sein Name nicht ganz in Vergessenheit gerät haben seine Tochter Ruth Binde und der Synergia Verlag mit der Neuauflage einiger seiner Werke gesorgt. Als eines der letzten Werke seines Schaffens wurde nun das Buch «Segen und Fluch des Geldes in der Geschichte der Völker» neu aufgelegt und mit einem sehr lesenswerten Vorwort von Ueli Mäder und Simon Mugier angereichert. Link zum in der WOZ abgedruckten Vorwort: http://www.woz.ch/artikel/2010/nr01/wirtschaft/18799.html
Das sehr schön gestaltete Buch führt die Leserschaft aus einer monetären Perspektive von der altjüdischen Geschichte über die Hochkulturen Vorderasiens und Ägyptens bis zu den europäischen Zwischenkriegsjahren. Dies ist dank dem Fritz Schwarzes engagierten und leicht verständlichen Schreibstil über weite Strecken eine flüssige, hochinteressante und auch einigermassen nachvollziehbare Angelegenheit. Aus dem Ansatz heraus in dem das Buch seinerzeit geschrieben wurde sind leider auch auch einige Längen unvermeidlich. Man bedenke es sind seither 85 Jahre vergangen und trotzdem findet man darin sehr viel erhellendes und hochaktuelles. Es muss aber gesagt sein, dass das Buch nicht gerade einen einfachen Einstieg in die Materie liefert. Entweder bringt die geneigte Leserschaft eine gehörige Portion Geduld mit, oder sie kann auf einige Vorkenntnisse auf historischem oder finanztechnischem Gebiet zurückgreifen. Das Buch ist von Fritz Schwarz ausdrücklich als Grundlagenwerk geschrieben worden und er hat es in seinem Vorwort von 1931 so deklariert. Er verfolgte damit die Absicht diesen sehr vernachlässigten Teil der Geschichte und somit die Entstehung des modernen Finanzwesens auf ein wissenschaftliches Geleise zu leiten. Dass dies zu seinen Lebzeiten nicht gelungen ist, ist weder dem Autor noch seinem Werk anzulasten, sondern einem Zeitgeist der seinem Gedankengut ca. 80 Jahre hinterher hinkte. Deshalb ist es ein wichtiges Buch für die heutige Zeit und es ist zu hoffen, dass die Wissenschaft den Ball diesmal auch weiterspielen wird und das Gedankengut in einer aktualisierten und eingänglichen Art und Weise für neue Publikation sorgt.
Selbstverständlich kann man dem Buch auch einige Mängel ankreiden. Zum einen handelt es sich aus heutiger Sichtweise um eine frühe Form von Thesenjournalismus den Fritz Schwarz hier betrieben hat. Dass dem so ist, deklariert er im Vorwort gleich selbst und dies sollte einem beim Lesen auch bewusst sein. Wir sind uns heute eher gewohnt die Geschichte aus einer multiperspektivescheren Sicht zu sehen als es Fritz Schwarz 1925 getan hat. Seine daher etwas einseitig wahrnehmbare Verknüpfungen vom Aufstieg und Niedergang der Völker und Kulturen mit dem Geldsystem wirken daher zuweilen etwas eindimensional. Schade ist auch, dass der Autor erst ein paar Jahre nach 1925 die positiven Aspekte des hochmittelalterlichen Brakteatesystems (siehe sein Beitrag) erkannte und diese Erkenntnis im vorliegenden Werk deshalb nicht zu finden ist. Doch dies könnte ev. für heutige wissenschaftliche Autoren und Autorinnen ein weiterer Anreiz sein, diese Geschichte aus einer Perspektive des 21ten Jahrhunderts nochmals aufzuarbeiten. Trotz allem ist das Buch allen zu empfehlen, die sich kritisch mit dem Thema Geld auseinandersetzen wollen und es ist zu hoffen, dass der engagierte Autor auch 50 Jahre nach seinem Tod, noch Menschen dazu bewegen kann ihre Energie in dieses wichtige Thema zu stecken. Die Aktualität des Buches und die soziale Brisanz, die mit der Finanzkrise aktuell geworden ist, beschreiben Mäder und Mugier im Vorwort sehr treffend:
“Der Stil dieses Buches über die Geschichte des Geldes ist geprägt von einer Mischung aus überzeugtem Engagement und pädagogischem Wohlwollen. Das macht es neben seinem informativen Gehalt spannend zu lesen. Und dass die provokativen und umstrittenen Ideen von Schwarz nicht nur naive Utopien sind, sondern durchaus Realitätsbezug aufweisen, zeigt sich nicht nur daran, dass die Schweiz schon vor längerem Gesetze gegen die Bodenspekulation einführte. International werden ebenfalls einzelne Ideen der Freiwirtschaft neu debattiert und teilweise sogar angewendet. So haben Regierungen teilweise erkannt, dass der Geldfluss in der Wirtschaft nicht versiegen darf. Auch der prominente Globalisierungskritiker Joseph Stiglitz warnt vor der Verknappung des Geldes. Denn Wirtschaftskrisen treffen die sozial Benachteiligten am härtesten. Diese haben keine Geldreserven, von denen sie zehren können. Während einzelne Reiche etwas vom vielen Geld verlieren und narzissÂtisch gekränkt sind, sind für die Armen schon geringfügige Einbussen existenzielle Bedrohungen. Die aktuelle Situation zeigt deutlich, wie weit wir von einer Gesellschaft entfernt sind, in welcher soziale Ungleichheiten strukturell verhindert werden. Das war das Anliegen von Fritz Schwarz. Dafür setzte er sich ein. Sein Engagement für eine bessere Welt beeindruckt, unabhängig davon, wie stimmig und hilfreich seine Lehren der Freiwirtschaft waren und sind.”
(Segen und Fluch des Geldes in der Geschichte der Völker, Band I, Überarbeite Neuauflage 2010, Synergia Verlag, Darmstadt, ISBN: 978-3-940392-03-9)
Ein Video über den berühmten Ökonomen John Maynard Keynes und seinen Rivalen Friedrich August von Hayek ist ein Hit auf Youtube.
“Das Rap-Video «Fear the Boom and Bust» («Fürchte den Auf- und Abschwung») wurde seit dem 26. Januar bereits über 750 000-mal angesehen. In der Rangordnung der populärsten Politikvideos steht es an neunter Stelle und existiert in Fassungen mit spanischen, französischen, japanischen, chinesischen und finnischen Untertiteln. In einigen US-Colleges wird das Video bereits als Unterrichtsmaterial genutzt.” (TagesAnzeiger 11.2.10)
Erstellt von bluecast am Donnerstag 18. Februar 2010
“Bausteine einer wirtschaftlichen Regionalisierung” lautet der Titel eines 40-Minuten-Vortrages, in dem der selbständige Wirtschaftsinformatiker und Regionalentwickler Norbert Rost der Frage nachgeht, wie eine Regionalisierung wirtschaftlicher Strukturen auf lokaler Ebene befördert werden kann.
Am Mittwoch, 20. Januar 2010, steht das Thema Geld im Mittelpunkt beim ARD-Abendprogramm ab 20.15 Uhr. Nach dem Spielfilm “Gier” wird die Diskussion “Hart aber fair” ausgestrahlt und um 23.30 Uhr beginnt die Dokumentation “Geld für alle”. Darin geht es um Alternativen im Geldwesen. Themen sind u.a. das Regiogeld Chiemgauer, das nach dem Vorbild des Wörgler Freigeldes gestaltet wurde und seit 2003 in Umlauf ist, weiters das bedingungslose Grundeinkommen und der Sozialismus in Kuba. Die ARD-Reporter Tobias Schlegl und York Pijahn besuchten Christian Gelleri und Franz Galler, die Initiatoren von neuen, ergänzenden Währungen wie dem “Chiemgauer” und dem “Sterntaler” in Bayern und kamen zur Recherche mit Prof. Margrit Kennedy auch nach Wörgl, wo in der Wirtschaftskrisenzeit 1932 und 1933 das Wörgler Freigeld höchst erfolgreich als Zweitwährung eingesetzt wurde. (Text aus http://www.unterguggenberger.org/news.php?m=single&id=519)